Eileiteruntersuchung
Inhaltsverzeichnis
- Wann eine Eileiteruntersuchung sinnvoll ist
- Der passende Zeitpunkt für eine Eileiteruntersuchung
- HyCoSy (Hystero-Salpingo-Kontrastsonographie): Eileiteruntersuchung mit Ultraschall
- Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Chromopertubation zur Eileiteruntersuchung
- Vergleich der Methoden: HyCoSy & Bauchspiegelung
- Risiken, Chancen & Aussagekraft der Eileiteruntersuchung
- Individuelle Beratung bei der Eileiteruntersuchung & weitere Schritte
Wann eine Eileiteruntersuchung sinnvoll ist
Eine Eileiteruntersuchung wird empfohlen, wenn ein Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum unerfüllt bleibt und bisher keine eindeutige Ursache gefunden werden konnte. Da Veränderungen der Eileiter meist keine Beschwerden verursachen, ist ihr Zustand ohne gezielte Untersuchung der Eileiter nicht zuverlässig beurteilbar.
Eine relativ frühzeitige Eileiterprüfung ist sinnvoll, wenn in der Vorgeschichte bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen frühere Unterleibsentzündungen, etwa durch Chlamydien, die unbemerkt zu Verklebungen führen können. Auch nach Operationen im Bauch- oder Beckenbereich kann die Eileiterdurchlässigkeit eingeschränkt sein, beispielsweise durch Verwachsungen im Bauchraum.
Eine Eileiteruntersuchung bei Kinderwunsch ist außerdem sinnvoll, wenn der Verdacht auf Endometriose besteht oder bereits entsprechende Befunde bekannt sind. Auch in diesem Fall können Veränderungen an den Eileitern die Ursache für eine bestehende Kinderlosigkeit sein. Auch bei unklarer Fertilität – also wenn hormonelle Untersuchungen, Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und der Gebärmutter unauffällig sind, aber dennoch keine Schwangerschaft eintritt – liefert die Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit oft entscheidende Hinweise.
Ob und zu welchem Zeitpunkt eine Eileiteruntersuchung für Sie sinnvoll ist, klären wir in einem persönlichen Gespräch. Dabei berücksichtigen wir Ihre individuelle Vorgeschichte, bisherige Befunde und Ihre Wünsche, um gemeinsam den nächsten sinnvollen Schritt in der Untersuchung bei Kinderwunsch festzulegen.
Der passende Zeitpunkt für eine Eileiteruntersuchung
Der richtige Zeitpunkt ist für eine Eileiteruntersuchung von großer Bedeutung, um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten und Ihre Sicherheit zu gewährleisten. In der Regel erfolgt die Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus, also nach dem Ende der Monatsblutung und vor dem Eisprung.
Dieser Zeitraum bietet optimale Voraussetzungen für die Diagnostik, da die Gebärmutterschleimhaut noch relativ dünn ist und eine frühe Schwangerschaft ausgeschlossen ist, welche durch die Untersuchung gefährdet werden könnte.
Im persönlichen Gespräch erklären wir Ihnen genau, wie Sie sich auf die Eileiteruntersuchung vorbereiten können und was Sie am Untersuchungstag erwartet. So gehen Sie gut informiert und möglichst entspannt in diesen wichtigen diagnostischen Schritt.
HyCoSy (Hystero-Salpingo-Kontrastsonographie): Eileiteruntersuchung mit Ultraschall
Die HyCoSy ist eine schonende Möglichkeit der Eileiteruntersuchung, bei der die Eileiterdurchgängigkeit mittels Ultraschall überprüft wird. Diese Methode wird häufig eingesetzt, wenn keine Hinweise auf komplexe Vorerkrankungen vorliegen.
Die Eileiteruntersuchung mittels Ultraschall erfolgt ambulant und ohne Narkose in der Praxis. Dabei wird ein sehr dünner, weicher Katheter über den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Anschließend wird eine spezielle, im Ultraschall sichtbare Kontrastflüssigkeit eingespritzt. Diese verteilt sich zunächst in der Gebärmutterhöhle und anschließend in den Eileitern (sofern diese durchgängig sind). Zeitgleich erfolgt eine Ultraschalluntersuchung, bei der der Weg der Flüssigkeit verfolgt wird. Lässt sich die Anflutung des Kontrastmittels in den Eileitern darstellen, spricht dies für eine vorhandene Eileiterdurchlässigkeit.
Zu den Vorteilen der HyCoSy zählen die kurze Untersuchungsdauer, der Verzicht auf eine Vollnarkose und die geringe körperliche Belastung. Die eigentliche Durchspülung der Eileiter dauert meist nur wenige Sekunden, zusätzlich wird Zeit für die Vor- und Nachbereitung eingeplant.
Die Untersuchung ermöglicht einen orientierenden Überblick über die Eileiterdurchgängigkeit und wird von vielen Frauen gut vertragen. Ihre Aussagekraft ist jedoch begrenzt: Veränderungen wie Endometrioseherde oder Verwachsungen außerhalb der Eileiter lassen sich damit nicht beurteilen oder behandeln. Zeigt sich ein auffälliger oder unklarer Befund, kann daher eine weiterführende Diagnostik sinnvoll sein.
Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit Chromopertubation zur Eileiteruntersuchung
Die Bauchspiegelung mit Chromopertubation ist die beste Methode zur umfassenden Beurteilung der Eileiterdurchgängigkeit. Sie ermöglicht nicht nur die Prüfung, ob die Eileiter durchgängig sind, sondern auch eine detaillierte Beurteilung der Gebärmutter, der Eierstöcke und der unteren Bauchhöhle, welche für die Fruchtbarkeit eine wichtige Rolle spielen.
Die Untersuchung erfolgt unter Vollnarkose. Über einen kleinen Schnitt im Bereich des Bauchnabels wird eine Kamera, das sogenannte Laparoskop, in den Bauchraum eingeführt. In der Regel werden zusätzlich zwei weitere kleine Schnitte im Bereich der Bikinizone gesetzt, um feine Hilfsinstrumente einzubringen. Zunächst werden alle genannten Organe hinsichtlich möglicher Auffälligkeiten betrachtet (z. B. Endometrioseherde, Myome, Verwachsungen). Außerdem wird mit einem dünnen Katheter über den Gebärmutterhals blau gefärbtes Wasser in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Unter direkter Sichtkontrolle lässt sich erkennen, ob die Flüssigkeit über die Eileiter in die Bauchhöhle austritt. So kann die Durchgängigkeit beider Eileiter zuverlässig beurteilt werden.
Diese Form der Eileiterprüfung eignet sich insbesondere bei Patientinnen mit Voroperationen im Bauch- oder Beckenbereich, nach Unterleibsentzündungen oder bei Verdacht auf Endometriose. Auch bei komplexen oder unklaren Befunden liefert die Bauchspiegelung sehr aussagekräftige Ergebnisse. Veränderungen wie Verwachsungen oder Endometrioseherde können erkannt und gegebenenfalls direkt behandelt werden.
Die Bauchspiegelung ist in der Regel ein ambulanter Eingriff. Sie können die Klinik meist noch am selben Tag verlassen. Nach der Untersuchung müssen Sie sich körperlich schonen. Häufig ist eine Krankschreibung von etwa ein bis zwei Wochen sinnvoll. Alle Befunde und das weitere Vorgehen besprechen wir anschließend ausführlich mit Ihnen.
Vergleich der Methoden: HyCoSy & Bauchspiegelung
Sowohl die HyCoSy als auch die Bauchspiegelung mit Chromopertubation sind etablierte Verfahren der Eileiteruntersuchung. Welche Methode im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt von Ihrer Vorgeschichte, den bisherigen Untersuchungsergebnissen und der Fragestellung ab.
Besteht bereits im Vorfeld der Verdacht auf eine Eileiterproblematik, ist die HyCoSy zur Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit in der Regel nicht ausreichend. In diesen Fällen liefert die Bauchspiegelung deutlich verlässlichere Informationen. Gemeinsam besprechen wir mit Ihnen die Vor- und Nachteile beider Verfahren, um die für Sie passende Eileiteruntersuchung auszuwählen.
| HyCoSy | Bauchspiegelung (Laparoskopie) | |
|---|---|---|
| Durchführung | Ambulant, ohne Narkose | In der Regel ambulant, immer unter Vollnarkose |
| Dauer | Wenige Minuten | Längerer Eingriff (ca. 45 min) |
| Invasivität | Schonend, nicht-invasiv | Operatives Verfahren |
| Aussagekraft | Häufiger unklares Ergebnis | Eindeutige Information zur Eileiterdurchgängigkeit, zusätzlich Beurteilung aller anderen relevanten Organe |
| Zusatznutzen | Nur Diagnostik | Behandlung von Verwachsungen, Endometriose u.a. möglich |
| Belastung | Gering, kann unangenehm/schmerzhaft sein | Höher, Narkose erforderlich |
| Erholungszeit | Keine | Ca. 1-2 Wochen körperliche Schonung |
| Risiken | Ggf. leichte Schmerzen, leichte Blutung, Infektion | Wie bei jeder Operation: Blutung, Infektion, Organverletzung, Narkoserisiken sind möglich, aber selten |
| Grenzen | Nicht immer eindeutiges Ergebnis | Aufwendiger, invasiver |
Risiken, Chancen & Aussagekraft der Eileiteruntersuchung
Die Risiken beider Untersuchungsverfahren sind insgesamt gering. Bei der HyCoSy können vorübergehend Unterleibsschmerzen oder leichte Blutungen auftreten. Bei einer Bauchspiegelung bestehen, wie bei jedem operativen Eingriff, geringe Risiken durch Narkose, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Strukturen. Diese werden im Vorfeld ausführlich mit Ihnen besprochen und durch sorgfältige Vorbereitung minimiert.
Wichtig ist zu wissen, dass eine Untersuchung der Eileiter ausschließlich darüber Auskunft gibt, ob die Eileiter durchgängig sind, also ob Spermien und Eizelle grundsätzlich aufeinandertreffen können. Sie kann jedoch nicht sicher beurteilen, ob die feinen Flimmerhärchen im Inneren der Eileiter ihre Transportfunktion erfüllen. Ist diese Funktion gestört, ist der Eintritt einer Schwangerschaft auf natürlichem Weg trotz offener Eileiter erschwert.
Die Chancen einer Eileiteruntersuchung bei Kinderwunsch liegen vor allem darin, Klarheit zu schaffen und die nächsten Schritte gezielt zu planen. Die Ergebnisse helfen dabei, realistische Erwartungen zu entwickeln und gemeinsam zu entscheiden, ob eine natürliche Empfängnis, eine Insemination oder andere Behandlungswege sinnvoll erscheinen.
Individuelle Beratung bei der Eileiteruntersuchung & weitere Schritte
Welche Eileiteruntersuchung für Sie geeignet ist, hängt von Ihrer persönlichen Vorgeschichte, möglichen Beschwerden und den bisherigen Untersuchungsergebnissen ab. In der Kinderwunschpraxis München Nord empfehlen wir die jeweilige Methode immer individuell, abhängig davon, ob eher eine Eileiteruntersuchung mittels Ultraschall oder eine operative Abklärung sinnvoll ist.
Ein wichtiger Bestandteil der Beratung ist die transparente Aufklärung über Nutzen und Grenzen der einzelnen Verfahren. Wir erklären Ihnen verständlich, welche Aussagen mit der jeweiligen Methode möglich sind, wo die diagnostischen Grenzen liegen und welche Konsequenzen sich aus den Ergebnissen für die weitere Planung ergeben können. Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit treffen wir gemeinsam mit Ihnen, auf Basis medizinischer Fakten und Ihrer persönlichen Situation.
Gerne beraten wir Sie persönlich und besprechen mit Ihnen, welche nächsten Schritte für Sie sinnvoll sind.
