Anti-Müller-Hormon-Test & weitere Blutuntersuchungen bei Frauen mit Kinderwunsch

Hormone spielen eine wichtige Rolle bei den Fruchtbarkeitsuntersuchungen der Frau. Sie steuern nicht nur den weiblichen Zyklus, sondern geben auch wichtige Hinweise auf die Fruchtbarkeit, die Qualität des Eisprungs und die verfügbare Eizellreserve. Blutuntersuchungen ermöglichen es uns, ein präzises Bild Ihrer hormonellen Situation zu gewinnen und sind somit eine unverzichtbare Grundlage für die Diagnostik und Therapie in der Kinderwunschpraxis München Nord.

Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Bluttests, einschließlich des Anti-Müller-Hormon-Tests und was uns die Ergebnisse verraten.

Welche Blutuntersuchungen bei der Frau werden bei Kinderwunsch durchgeführt?

Uns ist es ein besonderes Anliegen, dass Sie sich in der Kinderwunschpraxis München Nord stets gut aufgehoben, beraten und verstanden fühlen. Deshalb steht am Anfang jedes Untersuchungs- und Behandlungsplans ein umfassendes Erstgespräch, in dem wir uns die Zeit nehmen, Sie und Ihre Geschichte kennenzulernen und alle Ihre Fragen zu beantworten. Wir geben Ihnen transparent Auskunft über unsere Vorgehensweise für Ihren individuellen Fall und über alle anstehenden Kosten. Dabei wollen wir respektvoll mit Ihren Ressourcen umgehen und empfehlen nur die Untersuchungen und Therapien, die Ihnen wirklich etwas bringen.

Diese Blutuntersuchungen können sinnvoll sein:

Basishormone

Im Rahmen der Basisdiagnostik untersuchen wir einmalig zur Erstabklärung bei allen Frauen, die in die Kinderwunschpraxis München Nord kommen, folgende Werte:

  • LH: Das Luteinisierende Hormon löst den Eisprung aus. Ein ausgewogenes Verhältnis von LH zu FSH ist wichtig für einen gesunden Zyklus.
  • Östradiol (E2): Auch Estradiol genannt, wird von wachsenden Follikeln produziert und beeinflusst u.a. den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und zeigt an, in welcher Zyklusphase Sie sich befinden.
  • Progesteron: Das Gelbkörperhormon wird nach dem Eisprung produziert und ist entscheidend für den Nachweis, dass tatsächlich ein Eisprung stattgefunden hat.
  • TSH: Dieser Wert zeigt die Schilddrüsenfunktion an. Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse kann die frühe Schwangerschaft erheblich beeinträchtigen und sollte im Vorfeld mit den entsprechenden Medikamenten ausgeglichen werden..
  • MAK: Mikrosomale Antikörper (MAK/TPO-Ak) können die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und machen eine engmaschigere Kontrolle der Schilddrüsenfunktion notwendig. Diese Schilddrüsenantikörper verringern aber nicht die Chance, schwanger zu werden.
  • Anti-Müller-Hormon: Dieses Hormon korreliert mit dem Eizellvorrat der Frau und ist ein wichtiger Marker für das individuelle Zeitfenster, in dem eine Schwangerschaft möglich ist.

Bei Frauen mit stabilem Zyklus sind diese Werte in der Regel ausreichend.

Großes Hormonprofil

Nur wenn eine Zyklusinstabilität besteht, erstellen wir mit einer Blutuntersuchung zum Zyklusanfang zusätzlich zu den Basishormonen ein großes Hormonprofil, um hormonelle Ursachen für die Zyklusstörung festzustellen:

  • FSH: Das Follikelstimulierende Hormon reguliert die Eizellreifung und die damit verbundene Produktion von Östrogen. Erhöhte Werte am Zyklusanfang können auf eine verminderte Funktion und Eizellreserve hinweisen.
  • Prolaktin: Es ist vor allem für die Milchbildung in der Stillzeit verantwortlich. Außerhalb der Stillzeit kann ein erhöhter Wert die Follikelreifung und den Eisprung stören bzw. auch ganz unterdrücken.
  • Testosteron, DHEA und Androstendion: Diese männlichen Hormone können ebenfalls den Zyklus stören, wenn sie erhöht sind.

Bei Frauen mit stabilem Zyklus sind diese Werte in der Regel ausreichend.

Weitere Blutuntersuchungen bei Kinderwunsch

In speziellen Fällen kommen folgende Bluttests zum Einsatz:

  • Zyklusmonitoring: Je nach Therapiekonzept ermitteln wir am achten oder zehnten Zyklustag mit Bluttests die Werte Östradiol, LH und Progesteron, um den Reifegrad der Eizellen oder den optimalen Zeitpunkt zum Auslösen des Eisprungs festzustellen.

  • Test auf Infektionskrankheiten: Bei Kinderwunschtherapien wie IVF und ICSI sind wir verpflichtet, vor Therapiebeginn HIV sowie Hepatitis B und C zu prüfen.

  • Chromosomenanalyse: Bei wiederkehrenden Aborten oder Einnistungsstörungen kann eine Analyse der Chromosomen zum Ausschluss angeborener genetischer Ursachen für Unfruchtbarkeit sinnvoll sein.
  • Anti-Phospholipid-Antikörper: Diese fehlgeleiteten Immunkörper (APL-AK) richten sich gegen körpereigene Strukturen und können Schwangerschaftskomplikationen wie wiederkehrende Aborte auslösen.

Wichtig ist: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bewertet immer das Gesamtbild. Einzelne Werte allein führen nicht zu einer Diagnose. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Parameter sowie Ihre individuelle Situation.

Warum sind Blutuntersuchungen bei Kinderwunsch wichtig?

Die Ergebnisse der Blutuntersuchung bilden die erste und wichtigste Grundlage für alle weiteren diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen. Sie ermöglichen uns, Ihre Behandlung präzise auf Ihre persönliche Situation abzustimmen:

Bei einem instabilen Zyklus können wir durch gezieltes Zyklusmonitoring und -optimierung Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern. Bei Bedarf unterstützen wir die Follikelreifung, den Eisprung oder die Gelbkörperphase medikamentös.

Planen wir eine Insemination (IUI), helfen uns die Hormonwerte, den optimalen Zeitpunkt zum Auslösen des Eisprungs und der folgenden Insemination exakt vorherzusagen.

Bei IVF oder ICSI sind die Blutwerte entscheidend für die Auswahl des passenden Stimulationsprotokolls und die richtige Dosierung der Medikamente. So vermeiden wir Über- oder Unterstimulation und erhöhen die Erfolgsaussichten.

Zeigt sich im AMH-Test eine sehr niedrige ovarielle Reserve, können wir frühzeitig eine entsprechende Therapieplanung vornehmen.

Der Anti-Müller-Hormon-Test (AMH-Check)

Das Anti-Müller-Hormon ist ein wichtiger Marker für die ovarielle Reserve. Es gibt Auskunft über die Anzahl der noch verbleibenden Eizellen.

Warum ist der AMH-Test bei Kinderwunsch so wichtig?

Der AMH-Wert hilft uns einzuschätzen, wie gut Ihr Körper auf eine hormonelle Stimulation reagieren wird. Diese Information ist besonders bedeutsam bei:

  • Kinderwunsch ab 35 Jahren, da die ovarielle Reserve mit zunehmendem Alter natürlicherweise abnimmt
  • Unklarem oder unregelmäßigem Zyklus, um die Ursache besser zu verstehen
  • Verdacht auf PCOS, bei dem die AMH-Werte häufig erhöht sind

Der AMH-Test ermöglicht eine individuell angepasste hormonelle Stimulation und verhindert sowohl eine Überstimulation als auch eine zu schwache Reaktion der Eierstöcke.

Häufige Missverständnisse über den Anti-Müller-Hormon-Test

Viele Paare und Frauen mit Kinderwunsch haben schon vom Anti-Müller-Hormon gehört, bevor sie in die Kinderwunschpraxis München Nord gekommen sind. Der AMH-Test wird manchmal als das wichtigste Ergebnis der Diagnostik dargestellt, mit dem alles steht und fällt. Uns ist es wichtig, mit Ihnen realistische Einschätzungen zu teilen. Deshalb wollen wir noch über die Grenzen des AMH-Checks und häufige Missverständnisse aufklären:

  • 1
    Ein niedriger AMH-Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine natürliche Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Der AMH-Test sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Empfängnis aus. Er zeigt lediglich die Menge der verfügbaren Eizellen an.
  • 2

    Das Anti-Müller-Hormon ist kein Qualitätsmarker für Eizellen, sondern ausschließlich für deren Anzahl. Auch bei niedrigem AMH können qualitativ hochwertige Eizellen vorhanden sein.

  • 3
    Die Ergebnisse eines AMH-Tests können zwischen verschiedenen Laboren leicht schwanken. Entscheidend ist daher nicht der absolute Wert, sondern die fachkundige Interpretation im Kontext Ihrer gesamten Befunde.

Blutuntersuchungen wie der AMH-Test als Teil einer ganzheitlichen Kinderwunschtherapie

In der Kinderwunschpraxis München Nord verstehen wir die Blutdiagnostik als einen wichtigen Baustein eines umfassenden Behandlungskonzepts. Jeder Wert, jedes Ergebnis wird im Rahmen einer empathischen Beratung mit Ihnen besprochen. Wir nehmen uns Zeit, Ihre Fragen zu beantworten, Unsicherheiten zu klären und gemeinsam mit Ihnen den besten Weg zu finden.

Unsere hohen medizinischen Standards orientieren sich stets an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Durch regelmäßige Fortbildungen und moderne Labordiagnostik garantieren wir Ihnen eine Behandlung auf höchstem Niveau.

Ihr Kinderwunsch verdient individuelle Aufmerksamkeit, medizinische Präzision und menschliche Zuwendung in jeder Phase der Behandlung.